Bilinguales Lernen – Deutsch und Italienisch

Als zertifizierte Europaschule besteht ein wesentliches Kriterium darin, dass bereits in der Grundschule die Begegnung mit einer weiteren (Fremd)Sprache - außer dem obligatorischen Englisch - ermöglicht wird. An der Thomas-Schule besteht - falls dies gewünscht wird - zusätzlich die Möglichkeit, das Fach Italienisch zu belegen. Hierbei lernen die Schülerinnen und Schüler von Beginn an auch in Italienisch Lesen und Schreiben. Im italienischen Sachunterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler einmal pro Woche darüber hinaus wichtiges Sachwissen zu Italien und zu relevanten Themen aus ihrer unmittelbaren Lebenswelt. Hierbei steht besonders die italienische Fachsprache im Fokus des Unterrichts, die sich an den Themen des Lehrplans Sachunterricht NRW orientiert. 

 

Italienisch-Unterricht schon in der Grundschule? 

An der Thomas-Schule ist dies ab der 1. Klasse optional möglich, denn wir sind eine von fünf deutsch-italienischen Grundschulen in NRW und die einzige in Düsseldorf.  

 

Wie erfolgt das bilinguale Lernen an der Thomas-Schule?

Bei der Anmeldung an der Thomas-Schule entscheiden sich die Eltern, ob ihr Kind zusätzlich zum Regelunterricht der Grundschule auch Italienisch lernen soll. 

Aus jeder Klasse unserer Schule bilden wir eine bilinguale, heterogene Lerngruppe, in der Kinder ohne italienischen Sprachhintergrund, Kinder mit italienischer Muttersprache, sowie zwei- und mehrsprachige Kinder gemeinsam lernen. Auf diese Weise profitieren alle voneinander.

Schülerinnen und Schüler, die sich für den Italienisch-Unterricht angemeldet haben, erhalten insgesamt drei zusätzliche wöchentliche Italienisch-Stunden über den regulären Unterricht hinaus. Zweisprachiges Lehren und Lernen erfolgt darüber hinaus im Fach Kunst. Hier erweitern die Schülerinnen und Schüler einmal pro Woche im Klassenverband ihre Sprachkenntnisse, indem sie sich mit künstlerischen Themen auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht die italienische Fachsprache, die im Kontext kreativer Prozesse vermittelt wird. 

Zudem gibt es verschieden Angebote im Nachmittagsbereich, im Rahmen derer die Kinder ihre Sprachkompetenzen vertiefen können, so etwa die „Italienischfüchse“ für besonders leistungsstarke Kinder. In unserer deutsch-italienischen Theater-AG anbieten die Kinder jährlich auf eine große Abschlussvorstellung hin. Neben der Sprachvermittlung und theaterpädagogischen Aspekten bilden hier auch Gesang und Choreografie Schwerpunkte, sodass die Teilnehmenden ein ganzheitliches künstlerisches Arbeiten erfahren.

Die bilingualen Klassen werden nach den allgemeinen Richtlinien und Lehrplänen für die Grundschule des Landes NRW unterrichtet. Damit ist gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler gegebenenfalls reibungslos in andere Grund­schulen - z.B. wegen eines Umzuges – wechseln können.

Sollten Eltern bzw. Lehrkräfte feststellen, dass ein Kind mit dem zusätzlichen Italienisch-Unterricht überfordert ist, so ist ein flexibler Wechsel in die deutsche Lerngruppe der Klasse möglich, ohne dass hierfür die Klassengemeinschaft verlassen werden muss. Umgekehrt können auch Schülerinnen und Schüler, die im Laufe Ihrer Grundschulzeit Freude am Italienischlernen entwickeln – oder zu einem späteren Zeitpunkt Schüler der Thomas-Schule werden – jederzeit zum Italienisch-Unterricht angemeldet werden und dabei in ihrer Stammklasse und ihrem sozialen Umfeld verbleiben.

Hier sehen sie exemplarisch zwei Stundenpläne:

 

 

Vorteile bilingualen Lernens:
  • Mehrsprachigkeit bedeutet – wie die moderne Gehirnforschung belegt - keine Überforderung. Die Basis für das Sprachenlernen entwickelt sich in der frühen Kindheit. Je jünger ein Kind ist, desto besser gelingt die Übernahme der fremdsprachigen Phonetik. 
  • Das Lernen einer Fremdsprache hilft beim Erlernen und bei der Verbesserung der Muttersprache. 
  • Die Kinder erleben eine Bereicherung durch die Vielfältigkeit der Kulturen. Sie entwickeln Toleranz gegenüber ihren Mitmenschen, Neugierde und Offenheit für das Fremde und somit soziale und interkulturelle Kompetenz.
  • Mehrsprachigkeit stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder, besonders in den Fällen, in denen die Muttersprache der Kinder auch Unterrichtsprache ist. 
  • Die Beherrschung mehrerer Sprachen erweitert die Chancen in Ausbildung und Beruf. 
  • Wie verschiedene vergleichende Studien gezeigt haben, ist bilingualer Unterricht ein besonders effektiver Weg zu hohen fremdsprachlichen, interkulturellen und fachlichen Kompetenzen.
Im Hinblick auf die Leitidee des Weißbuches der Europäischen Union „3 Sprachen für alle“ erfüllt unsere deutsch-italienische Schule die Förderung der Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Erziehung vorbildlich direkt mit Beginn des Schuleinstiegs. 
  
 
          
 
 
Schulpartnerschaft

 

Um unseren Italienischunterricht weiterzuentwickeln arbeiten wir seit vielen Jahren mit anderen Schulen zusammen. Im Juni 2025 hat diese Zusammenarbeit auch einen äußeren Rahmen bekommen: Unsere Schule ist Gründungsmitglied des Vereins "Bilingua e.V.", einem bundesweiten Netzwerk von Schulen mit bilingualem, deutsch-italienischem Angebot. Zudem arbeiten wir - u.a. im Rahmen von ErasmusPlus-Projekten - mit Schulen in Italien zusammen. In den vergangenen Jahren pflegte die Thomas-Schule verschiedene Projektpartnerschaften u.a. mit der "Scuola Maneri-Ingrassia", in Düsseldorfs Partnerstadt Palermo, aber auch mit Schulen in Rom und Mailand bestanden ähnliche Verbindungen. Aktuell entwickeln wir mit unserer Partnern aus Klausen in Südtirol ein neues Projekt. 

 

Kulturelle Bildung

Eine Sprache lernen heißt immer auch, einem Land und seiner Kultur nähre zu kommen. Kulturelle Bildung fördern wir nicht nur im Rahmen des Fachunterrichtes und entsprechender Ausflüge, sondern auch als Veranstalter kindgerechter Kulturveranstaltungen. In den letzten Jahren haben wir diesbezüglich insbesondere mit unserem Kooperationspartner Italia Altrove erfolgreich zusammengearbeitet. So wurden, zum jährlichen Vorlesetag an der Thomas-Schule, Lesungen mit Kinderbuchautoren wie etwa Roberto Piumini gemeinsam organisiert oder Vorlesenachmittage z.B. zu Äsops "Die Stadt- und die Landmaus", an dem Eltern, Lehrer und Schulpolizistin Engel den begeisterten Kindern die antike Fabel vortrugen. Aber auch im Rahmen von Museumsführungen mit italienischen Bezug, Workshops oder eigenen Ausstellungen findet kulturelle Bildung statt.

 

 

  

 

 

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